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Infos zum Koi-Herpesvirus

In den vergangenen Jahren gab es am deutschen Markt durch den Koi Herpes-Virus (KHV) hohe Verluste an Koi und anderen Karpfen der Gattung Cyprinius carpio. Weil uns das Wohlergehen unserer und vor allem Ihrer Tiere am Herzen liegt, möchten wir Sie daher zu diesem Thema informieren.

Was ist das KHV?
Das Virus gehört zur Gruppe der Herpes-Viren. Diesem Typus vergleichbare DNA-Partikel wurden 1998 erstmals in den USA unter dem Elektronenmikroskop entdeckt. Das Virus wurde im Anschluss dort auch angezüchtet und charakterisiert.

Das Virus befällt ausschließlich (!) Cyprinius carpio, bisher keine anderen Fische. Nach bisherigem Kenntnisstand können andere Fischarten das Virus auch nicht übertrage. KHV manifestiert sich in einem bestimmten Temperaturbereich zwischen 17-28°C. Bei höheren und bei niedrigeren Temperaturen ist das Virus in der Regel inaktiv, die Fische sind dann aber noch latent infiziert. Der Nachweis erfolgte beim Ausbruch 1998 noch über das Anzüchten des Virus auf Koi-Flossen-(KF-1)-Zellen. Mittlerweile gelingt diese Anzucht des Virus nur noch in den seltensten Fällen. Der Nachweis erfolgt jetzt durch das PCR-Verfahren (Polymerase Kettenreaktion), wobei DNA-Fragmente des Virus molekularbiologisch nachgewiesen werden, in Kombination mit dem klinischen Bild.

Wie wird KHV übertragen?
KHV verbreitet sich von Fisch zu Fisch oder über das Wasser. Es ist extrem (!!!) ansteckend: Ein Wasserspritzer, ein feuchter Kescher oder eine feuchte Hand genügen, um es weiter zu verbreiten.

Woran erkennt man KHV?
Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen, sie ist abhängig von Wassertemperatur und Stressfaktoren. Es gibt verschiedenste Symptome, wovon jedes für sich allerdings auch bei bakteriellen Infektionen vorkommen kann. Deshalb bitte nicht direkt in Panik ausbrechen, wenn Ihr Koi eines der Symptome aufweist. Unsere geschulten Mitarbeiter helfen Ihnen gerne bei der Diagnose.

Symptome:

  • extremes Abmagern innerhalb von 2-3 Tagen, obwohl die Fische noch fressen
  • eingefallene, tiefliegende Augen, evtl. auch Glotzaugen
  • teilweise starke Schleimbildung auf der Haut. Es kommt anschließend zu einer massiven Schleimhautablösung – die Fische fühlen sich an wie Sandpapier
  • teilweise stark verschleimt Kiemen, Kiemennekrose
  • extrem Hohe Verluste, bis zu 90 % innerhalb weniger Tage

Treten mehrere Symptome gleichzeitig auf und vor allem, greift die Erkrankung rasend schnell um sich, dann liegt wahrscheinlich ein KHV-Ausbruch vor.

Wie kann man seine Koi vor KHV schützen?
Kaufen Sie Koi nur im qualifizierten Fachhandel! Unsere Tiere werden mehrfach veterinärärztlich untersucht, durchlaufen eine lange Quarantänezeit beim Lieferanten und werden bei uns in den ersten Wochen in getrennten Becken gehalten
  • Setzen Sie Neuzugänge in Quarantäne, mindestens für 14 Tage
  • Achten Sie auf strikte Hygiene
Was Tun, wenn KHV ausgebrochen ist ?
Leider ist der Koi Herpes Virus nicht heilbar. Es ist sehr wahrscheinlich, dass alle im Teich befindlichen Koi nach kurzer Zeit erkranken. Deshalb müssen die Fische leider getötet werden. Überlebende Koi werden höchstwahrscheinlich ihr Leben lang andere Koi infizieren können. Holen Sie sich Rat bei einem Fachmann. Unsere kompetenten Mitarbeiter helfen Ihnen gerne und vermitteln Sie an einen Spezialisten weiter.

Desinfizieren Sie anschließend alle Gegenstände, wie Becken, Aquarien, Filter, Pumpen, Kescher – alles, was irgendwie mit Koi oder Wasser aus der Anlage in Berührung gekommen ist. Nur so verhindern Sie eine Ansteckung der neuen Fische.

Wichtiger Hinweis! Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, sollte die infizierten Tiere nicht transportiert werden. Vor allem nicht in die Nähe von gesunden Koi (z.B. beim Fachhändler). Nehmen Sie zuerst Kontakt zu einem Spezialisten auf, bevor Sie weiter gegen die Krankheit vorgehen.

Gibt es KHV-resistente Koi?
Es wird behauptet, dass es sie gibt. Angeblich sollen das Virus bzw.die Krankheitssymptome oberhalb von 30 °C „verschwinden“ und auch nicht wieder ausbrechen. Auch sollen diese als NIF (natural immunized fish) oder NR (natural resistant) bezeichneten Koi keine anderen mehr anstecken können.
Außer einigen pseudowissenschaftlichen Veröffentlichungen gibt es dazu aber keinerlei wissenschaftlich fundierte Untersuchungen oder gar Beweise. Vor allem die Behauptung NIF´s oder NR´s könnten keine anderen Koi mehr infizieren, ist äußerst kritisch zu bewerten.

1. Vorsicht beim Einkauf!
Wir kaufen nur bei geprüften Lieferanten. Alle Lieferanten durchlaufen ein striktes Untersuchungsverfahren (siehe Punkt 2), bevor wir dort größere Mengen kaufen. Die unterschiedlichen Herkünfte werden nicht gemischt.

2. Wir kaufen nur bei Lieferanten, die selber PCR-Tests durchführen
Da gibt es keine Pardon: Wer seine Koi vor Ort nicht testen lassen will oder kann, kommt für uns als Lieferant nicht in Frage!

3. Jede Koi-Lieferung wird bei uns auf KHV untersucht!
Sämtliche bei uns eingehende Koi-Lieferungen werden von einem deutschen Universitätsinstitut stichprobenartig mittels der wissenschaftlich anerkannten molekularbiologsichen PCR-Methode (Polymerase Kettenreaktion) auf KHV untersucht. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Tage vor.

4. Strikte Quarantäne!
Jede neu eintreffende Koi-Lieferung wird für 14 Tage bei „kritischer Ausbruchstemperatur“ – also um die 20 °C – in Quarantäne gehalten.

Alle Becken sind mit Einzelfilterung und UV ausgestattet. Jedes Becken hat eigene Kescher. Quarantäne- und Verkaufsanlagen sind in unterschiedlichen Gebäuden. Das Personal aus den Quarantäneanlagen hat keinen Zutritt zur Verkaufsanlage.

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