Haltung von Landschildkröten
Landschildkröten sind jedermanns Lieblinge. Während sich für europäische Arten eine dauerhafte Freilandhaltung anbietet, ist das deutsche Klima für die meisten tropischen und subtropischen Arten dauerhaft zu kalt. Neben Großraumterrarien empfehlen sich für diese Arten vor allem Gewächshäuser mit Zugang in ein Freigehege an warmen Tagen. Landschildkröten benötigen eine hohe Lichtintensität sowie UV- und Wärmestrahlung. Für die Terrarienhaltung gibt es geeignete Lampen, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Draußen stillt die Sonne diese Bedürfnisse, was den Tieren sichtlich gut bekommt. Generell ist auch bei der Freilandhaltung wichtig, dass sonnige Plätze, aber auch Schatten und ein trockener Unterschlupf vorhanden sind.

Europäische Landschildkröten sicher überwintern
Schildkröten als wechselwarme Lebewesen passen ihren Stoffwechsel der Umgebungstemperatur an. In den Herkunftsländern fallen in den kalten Jahreszeiten die Temperaturen weit unter die Werte, bei denen Landschildkröten sich bewegen und ernähren können. Sie werden dann inaktiver, nehmen weniger Nahrung auf und fallen schließlich – gut im lockeren Erdreich eingegraben – in eine Winterstarre (Hibernation). In dieser Zeit nimmt die Schildkröte keine Nahrung auf und trinkt auch nicht. Die Atem- und Pulsfrequenz ist auf ein Minimum herabgesetzt und der Stoffwechsel läuft förmlich auf „Sparflamme“, sodass kein Fettabbau stattfindet. In diesem Zustand vermögen die Tiere ohne Gewichtsverlust für mehrere Monate problemlos zu verharren. Durch die wärmeren Temperaturen im nächsten Frühjahr wird der Stoffwechsel wieder angeregt und die Schildkröte wird wieder aktiv. Damit Schildkröten in unseren Breiten problemlos überwintern können bieten sich zwei Methoden an. Für die Schildkrötenhalter, die ihre Tiere im Freiland und im Gewächshaus halten, ist der Aufwand einfacher. Sie graben ein Loch in der Tiefe von 50 cm und füllen es locker mit einem Erde-Sand-Gemisch. Die Schildkröte überwintert sich dann selber. Pflegt man seine Tiere in der Wohnung, so ist ein Kühlschrank der beste Platz. Die Betonung liegt dabei auf „ein Kühlschrank“, denn es empfiehlt sich aus hygienischen Gründen einen separaten Kühlschrank zu verwenden. Die Temperaturen für eine Winterruhe sollten bei den Griechischen Landschildkröten und der Maurischen Landschildkröte 4-6 °C betragen. Zwischen 3 und 5 Monaten – Jungtiere 2 Monate weniger – verharren die Tiere dann in der Winterstarre. Östliche Griechische Landschildkröten halten eine Winterstarre von 4-5 Monaten. Das Einhalten der richtigen Temperatur ist für die Gesundheit der Schildkröten sehr wichtig. Bereits ab 8 °C startet der Fettstoffwechsel der Tiere und durch eine bei dieser Temperatur noch unzureichende Enzymaktivität bilden sich viele giftige Stoffwechselzwischenprodukte.
Typische Bewohner
Am besten eignen sich die europäischen Arten wie die Griechische und Maurische Landschildkröte oder auch die Breitrandschildkröte, die auch im Freien gut gehalten werden können. Tropische Arten wie Panther- oder Spornschildkröten brauchen aber hohe Temperaturen und können nur an heißen Tagen ins Freie gelassen werden.

Alle Tiere sind buchführungs- und meldepflichtig. Sie stehen unter Artenschutz gemäß WA Anhang II und EU Anhang A und müssen bei dem zuständigen Landratsamt mit Bild geführt werden. Der natürliche Lebensraum besteht aus busch- und baumbestandenen trockenen Arealen, die auch im Terrarium/Freiland gut nachgebildet werden können. Unterschlupfmöglichkeiten aus Steinen und Hölzern sowie eine flache, große Wasserschale sollten nicht fehlen. Die Bodenfläche zur Haltung von zwei ausgewachsenen Tieren sollte nicht unter 3 m² (2,0 x 1,5 m) liegen. Durch die Vielzahl der Unterarten kommen sie in unterschiedlichen klimatischen Gebieten vor. Die Haltung ist wie bei allen europäischen Landschildkröten im Freiland nur mit Schutzhaus zu empfehlen. Hier ist auf Ausbruchssicherheit sowie auf Schutz vor möglichen Räubern zu achten. Die nötige Boden-temperatur im Schutzhaus von 22-28 °C kann über die Beleuchtung und/oder Bodenheizmatten erreicht werden. Lokale Wärmestellen, bei denen gewisse Stellen im Terrarium auf bis zu 35-40 °C erwärmt werden, sind nötig. Da die Tiere ohnehin einen hohen Lichtbedarf haben, empfiehlt sich zusätzlich die Verwendung von Flutlichtstrahlern mit hohem UV-Anteil. Eine Nachtabsenkung auf etwa 20-22 °C sollte gewährleistet sein.
Für das Tageslicht sollten Neonröhren mit hohem UV-Anteil gewählt werden. Die selbst für diese Tiere aus Trockengebieten tagsüber benötigte Luftfeuchtigkeit von 50-70 % kann durch mehrmaliges tägliches Sprühen erreicht werden. Als Futter sollten Keimlinge und Sprossen sowie Karotten, Zucchini und Tomaten gegeben werden. Regelmäßig sollte das Futter mit Mineralien und Vitaminen aufgewertet werden. Die Schildkröten legen mehrmals jährlich zwischen 3 und 7 Eier, die bei 30 °C über etwa 60-70 Tage ausgebrütet werden können.
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