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Nymphensittiche - gefiederte Clowns

Nymphensittich

Um die gleiche Zeit wie der Wellensittich, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, kam der Nymphensittich (Nymphicus Hollandicus) aus der australischen Steppe nach Mitteleuropa und wurde schnell zu einem der beliebtesten Heimvögel. Der Nymphensittich gehört zur Familie der Kakadus. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Farbvarianten. Vom wildfarbenen (grau mit gelbem Kopf und roten Wangen bei den Männchen) über gescheckt, geperlt oder Lutino (weiß/gelb). Nur bei den wildfarbenen kann man das Geschlecht eindeutig nach dem Aussehen bestimmen. Die Hähne haben einen leuchtend roten Fleck auf den Wangen, die Weibchen einen sehr dezenten, der oft mit grauen Federn durchzogen ist.

Haltung

Der Nymphensittich ist ein Schwarmvogel. Deshalb sollte er möglichst nicht alleine gehalten werden. Ein Mensch - so viel er sich auch mit dem Vogel beschäftigt - kann auf die Dauer kein Ersatz für einen Artgenossen sein. Vogelbesitzer, die Nymphensittiche als laut und nervend beschreiben, halten meistens einen einzelnen Vogel, der den ganzen Tag nach einem Partner schreit. Auch im „Schwarm“ gehaltene Vögel entwickeln eine Beziehung zu ihrem Halter.

Nymphensittiche sind ausgesprochen verspielt. Sie beschäftigen sich gern mit Bällen, Glöckchen oder Schaukeln. Je naturnaher ein Spielzeug gestaltet ist, desto mehr Spaß werden die Vögel daran finden. Auch ein ausgiebiger täglicher Freiflug gehört in das Fitness-Programm für Nymphensittiche.

Der Käfig sollte unbedingt groß genug gewählt werden. Nicht umsonst spricht man beim Heim eines Nymphensittichs von Volière, was sich französischen „voler“ = „fliegen“ herleitet. Die Vögel haben eine Flügelspannweite von ca. 30 cm, was bereits eine Menge über den Platzbedarf aussagt. Die Mindestmaße der Volière sollten 100x50x100cm betragen, aber je größer desto besser. Runde Käfige sind tabu, denn sie führen zu psychischen Störungen. Das Gitter muß Klettereien aushalten und so engmaschig sein, dass die Vögel ihre Köpfe nicht hindurch stecken können. Es darf nicht lackiert sein, da die Vögel notorische Knabberer sind und vom Lack krank werden können. Der Käfig sollte mit mindestens drei Sitzstangen oder Äste aus Naturmaterial ausgestattet sein, zwischen 10 und 30 mm Durchmesser. Kunststoffstangen sind zu glatt und verursachen beim Knabbern Verletzungen.

Futter und Trinknäpfe sollten leicht zu reinigen sein und gelegentliche Schnabelattacken unbeschadet überstehen. Empfehlenswert sind deshalb Schalen aus Edelstahl oder Ton.


Für den Boden ist handelsüblicher Vogelsand gut geeignet.

 

Futter

Grundnahrungsmittel ist das Großsittich-Körnerfutter, dazu täglich frisches Obst und Gemüse. Auch gegenüber einem Leckerli wie Kolbenhirse sind Nymphensittiche nicht abgeneigt. Diese Zusatz-Kalorien sollten jedoch nicht zur Gewohnheit werden, damit statt des eleganten Nymphensittichs nicht irgendwann eine fette Henne auf der Stange hockt. Verwöhnen kann man seinen Vogel genauso gut mit frischen Zweigen zum Knabbern. Und natürlich braucht er wie seine anderen Artgenossen auch Mineralsteine oder Sepia zum picken und Schnabel wetzen.

Pflege

Einmal wöchentlich muss der Käfig samt Inneneinrichtung gründlich gereinigt werden. Auf den Boden kommt frischer Sand. Täglich müssen die Futter- und Trinknäpfe gespült werden. Auf die Pflege ihres Gefieders achten die Vögel akribisch selbst. Eine Badewanne sollte in der Voliere nicht fehlen, denn er badet für sein Leben gerne. Oder besprühen Sie ihn mindestens 3x in der Woche mit laumwarmen Wasser aus einer Blumenspritze. Achten Sie nur darauf, dass sie ihm nicht direkt ins Gesicht sprühen.

Insgesamt handelt es sich bei Nymphensittichen um vergleichsweise pflegeleichte Hausgenossen. Der Nymphensittich kann über 20 Jahre alt werden, was man bei der Anschaffung berücksichtigen sollte.

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