Welcher Hund passt zu mir?

Verschiedene Rassen mit unterschiedlichen Ansprüchen
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden durch Züchtungen die unterschiedlichsten Hunderassen. Hund ist nicht gleich Hund. Es gibt Jagdhunde, Hütehunde, Wachhunde und viele andere speziell gezüchtete Arten. Leider schauen viele Menschen nur nach Äußerlichkeiten und nicht nach Charakter und Bedürfnissen des Tieres. Deshalb kommt es des öfteren zu Missverständnissen und Problemen, bei denen meistens der Hund den Kürzeren zieht und womöglich im Tierheim landet.
Bevor Sie sich einen Welpen oder älteren Hund anschaffen, sollten Sie mit fachkundigen Menschen reden, am besten sogar eine gute Hundeschule aufsuchen; dort berät man Sie umfassend.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Kann ich den Hund artgerecht halten?
- Habe ich genügend Zeit für den Hund, damit er nicht länger als 4-5 Stunden am Tag alleine ist?
- Erlaubt der Vermieter einen Hund in der Wohnung?
- Wer kümmert sich um das Tier, wenn ich in Urlaub fahre oder ins Krankenhaus muss?
- Habe ich mich ausführlich mit den Kosten beschäftigt? (Anschaffung, Futter, Tierarzt, Haftpflichtversicherung, Steuer, Hundeschule)
- Habe ich mich informiert, welchen Züchter ich auswähle?
- Welche Anforderungen stelle ich an den Hund?
- Kommen Hund und Kinder miteinander klar?
Leider kommen immer wieder Hunderassen durch Filme und Fernsehwerbung in Mode und gewinnen an Popularität. Früher waren es der Collie (Lassie) und der Dalmatiner (Disney's 101 Dalmatiner), dann plötzlich der Border Collie (Ein Schweinchen namens Babe). Alles absolut tolle Hunde, aber passen Sie zu jedem Hundehalter?
Lassen Sie sich von Äußerlichkeiten nicht täuschen! Ein sogenannter "Kampfhund" kann ein Schaf im Wolfspelz sein - lieb und schmusig, folgsam und kinderlieb. Andererseits kann ein niedlich anzusehender Schoßhund zur wahren Bestie mutieren.

Rüde oder Hündin?
Solange Sie nicht züchten wollen, ist es in der Regel völlig unwichtig, ob Sie sich für einen Rüden oder eine Hündin entscheidet. Ob ein Hund dominant oder sanft, territorial, umgänglich oder mit Artgenossen verträglich ist, hängt meistens von der Rasse, der Prägung und der Erziehung ab, nicht vom Geschlecht. Trotzdem sollten Sie sich ausführlich vom Züchter beraten lassen. Dieser kann seine Welpen schon sehr früh einschätzen und den Passenden für Sie aussuchen.
Welpenauswahl
Sie haben sich für eine Rasse entschieden und einen Züchter gefunden? Hier ein paar Tipps, die Ihnen bei der Wahl Ihres Hundes helfen können:
Schauen Sie sich zuerst die Elterntiere an. Sind sie ruhig und ausgeglichen? Oder nervös, ungepflegt und schreckhaft? Die Welpen sollten von Anfang verschiedenen alltäglichen Umweltreizen ausgesetzt sein. Ein guter Züchter hat die Wurfbox in der Wohnung, damit die Kleinen Familienanschluss haben.
Achten Sie auf das Aussehen der Welpen:
Sind die Augen verklebt oder ist die Nase verschleimt? Ist das Fell sauber oder ungepflegt? Die Welpen sollten neugierig und aufgeweckt sein, wenn sie nicht gerade schlafen.
Der Züchter sollte Ihnen etwas über das Wesen der einzelnen Hunde erzählen können und Ihnen Tipps bei der Wahl des zukünftigen Mitbewohners geben.
Sollten Sie den Hund nicht von einem offiziellen Züchter kaufen, gelten umso dringlicher die gesundheitlichen Aspekte. Auch ein Hobbyzüchter sollte gewisse Regeln einhalten und sich gut auskennen. Der Welpe sollte entwurmt und geimpft sein. Das kostet Geld und wird deshalb schon mal vernachlässigt.
Haben Sie einen Welpen ausgewählt und mit nach Hause genommen, sollten Sie recht zügig einen Arztbesuch einplanen und einen Gesundheitscheck durchführen lassen.
Wenn Sie sich früh genug mit dem Thema Hund beschäftigt haben, steht einer wunderbaren Freundschaft nichts mehr im Wege.

Hunde als Geschenk
Obwohl die Menschen heutzutage sehr aufgeklärt sind, passiert es immer wieder, dass dem Hundewunsch (oder allgemein Tierwunsch) eines Kindes unter den falschen Bedingungen nachgegeben wird. Weihnachten steht vor der Tür und das Töchterchen wünscht sich nichts sehnlicheres als ein kleines Hündchen. Lang genug betteln und versprechen, dass man sich auch immer ganz toll um das Tierchen kümmern wird... und dann ist es soweit. Spontan wird ein Welpe gekauft. Niedlich ist er anzusehen, wie der mit den Weihnachtskugels spielt und das Geschenkpapier zerreisst...
Acht Wochen später hat der kleine Wildfang die erste Puppe zerlegt, das Kind mehrere Male angesprungen und umgeschubbst. Ganz zu schweigen von den Häufchen und Pfützchen in der Wohnung. Plötzlich verliert das Kind das Interesse, Vater muss regelmäßig im eisigen Regen mit dem Hund raus. Die Fehler werden dann allzu schnell beim Tier gesucht. Schlechter Charakter, aggressives Verhalten, Gefahr für das Kind... Und schon landet das Weihnachtsgeschenk im Tierheim. Muss das heutzutage wirklich sein?
Hier einige Tipps, damit dem glücklichen Zusammenleben mit einem Vierbeiner nichts im Wege steht:
Der Hundekauf sollte gut geplant und vorbereitet sein. Verantwortlich für das Tier sollte generell niemals das Kind sein, denn es ist einerseits mit dieser Situation überfordert, andererseits akzeptiert der Hund das Kind bestenfalls als gleichwertigen Rudelgenossen, niemals aber als Rudelführer.
Ein Erwachsender sollte sich hauptsächlich um das neue Familienmitglied kümmern, am besten derjenige, der die meiste Zeit hat. Die Aufgaben wie Spazierengehen, Erziehen, Fellpflege, Spielen und Toben kann man gerecht auf alle Familienmitglieder aufteilen. So lernen Kinder langsam und spielerisch unter Anleitung eines Erwachsenen die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.
Kinder sollten niemals alleine mit dem Hundspazieren gehen. Es gibt zu viele Gefahren, sowohl für Ihren Sprössling als auch für das Tier. Der Hund kann plötzlich loslaufen und ihr Kind umreißen, das Tier kann auf die Straße laufen und überfahren werden. Es kann zu Konflikten mit anderen Hunden kommen. Außerdem entfällt der Versicherungsschutz, wenn das Kind ohne Aufsicht eines Erwachsenen mit dem Hund unterwegs ist. Das sollten Sie unbedingt mit Ihrer Versicherung abklären.
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