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Zwergkaninchen

Einen leibhaftigen Osterhasen als Spielgefährten wünschen sich viele Kinder. Doch dieser hier bringt keine Geschenke. Er erwartet viel liebevolle Betreuung.

In der freien Natur leben Kaninchen (lat. Oryctolagus Cuniculus) in kleinen Gruppen. Gegenseitige Fellpflege gehört genauso zum Tagesablauf wie gemeinsames Fressen und Aneinanderkuscheln bei Kälte. Aus diesem Grund sollte man sie mindestens zu Zweit halten. Einzeln gehaltene Tier benötigen enorm viel Zuwendung und Beschäftigung, wer kann dem schon gerecht werden?

Kaninchen sind außerordentlich sensibel. Sie reagieren schreckhaft auf hektische Bewegungen und Lärm. Aus diesem Grund gehört der Käfig nicht in ein Kinderzimmer. Auch für die Kinder ist dies besser, da sich durch Urin Ammoniakdämpfe bilden, die gesundheitsschädlich sind und die Atemwege angreifen.

Wenn man den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit bietet und gewisse Ruhephasen akzeptiert, kann ein Kaninchen ein faszinierender Hausbewohner sein. Man kann sie zur Stubenreinheit erziehen. Oft fixieren sie sich auf einen Menschen und laufen diesem durch die Wohnung hinterher. Männlichen Kaninchen umwerben "ihren Menschen" oft, indem sie brummend um sie herumkreisen.

Es liegt in der Verantwortung eines Erwachsenen, seinen Kindern einen artgerechten Umgang mit Haustieren beizubringen. Leider werden immer wieder Tiere zu Tode gespielt, meist aus Unwissenheit. Oft wird auch unterschätzt, dass die Tiere bei artgerechter Haltung über 10 Jahre alt werden können.

Am unkompliziertesten ist die Haltung eines Pärchens, wobei sich empfiehlt, das Männchen kastrieren zu lassen, da sich sonst schnell und zahlreich Nachwuchs einstellt. Zwei Männchen untereinander sollten nur dann vergesellschaftet werden, wenn mindestens eines, besser sogar beide kastriert sind, da sie ihr Revier verteidigen und markieren.

Auch zwei Weibchen müssen sich nicht unbedingt mögen. Am besten kaufen sie die Tiere zusammen, wenn sie noch klein sind, damit sie sich von Anfang an kennen. Sollten sie zwei fremde Kaninchen miteinander vergesellschaften, so halten sie sie einige Zeit in getrennten Käfigen mit Sichtkontakt. Das erste freie Aufeinandertreffen sollte auf "neutralem Boden" stattfinden. Meistens verstehen sich die Tiere sehr schnell. Ausnahmen gibt es leider ab und zu, aber das ist sehr selten.

Haltung

Mindestens 120 x 50 cm sollte der Grundriss des Kaninchenkäfigs umfassen. Eine Höhe von ca. 40 cm empfiehlt sich, weil dieTiere sehr neugierig sind und sich gern einmal aufrichten. Der Käfig sollte an einem ruhigen, nicht allzu sonnigen Platz in der Wohnung aufgestellt werden. Da die meisten Schlafhäuschen zu klein für mehrere Kaninchen sind, sollten mehrere Häuschen verwendet werden. So fühlen sie sich geschützt wie in einer Höhle.

Optimal ist natürlich die artgerechte Haltung in einem Außengehege. Dort kann man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beim Buddeln, kuscheln und fressen beobachten. Das Gehege sollte mindestens 4 qm groß sein und eine Höhe von 40 cm haben. Außerdem empfiehlt es sich feuerverzinkte Außengehe zu verwenden, damit keine Raubtiere wie Marder oder Katzen an die Tiere können. Um Ausbruchsversuchen vorzubeugen, sollte das Gitter ca. 30 cm in den Boden eingelassen sein, denn Kaninchen buddeln gerne sehr tiefe Löcher. Ein wärmeisoliertes Häuschen dient zum Rückzug bei Nässe und Kälte. Die Hälfte des Käfigs sollte Regen- und Sonnenschutz bieten. Wollen Sie die Tiere auch im Winter im Freien halten, sollten sie sie so früh wie möglich ein ein Leben in der Natur gewöhnen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass die Tiere auch bei Minustemperaturen nicht frieren. Fragen Sie einen Fachmann oder denTierarzt, bevor sie eine Überwinterung im Freien in Betracht ziehen. Gut geplant ist dies auf jeden Fall möglich.

Futter

In den Trinkautomaten gehört täglich frisches Wasser. Zwergkaninchen benötigen eine ausgewogene Ernährung. Keinesfalls sollte das eigene Essen mit ihnen teilen. Sauberes, frisches Heu bildet die Grundnahrung, ergänzt durch Körnerfutter. Darüber hinaus schmeckt den Kaninchen alles, was sie ursprünglich in der Natur verzehrt haben: Gräser und Gemüsesorten oder Löwenzahn. Kohl sollte wegen seiner Blähwirkung nicht verfüttert werden. Ein Lehmnagestein und ein Salzleckstein sorgt für wichtige Mineralstoffe. Nicht zuletzt sichert Fertigfutter eine optimale und ausgewogene Ernährung.

Da Kaninchen viel umherhoppeln eignen sich Trinkautomat, Heuraufe und Trockenfutterspender besser als Näpfe.

Pflege

Der Käfig mitsamt der Toilettenecke sollte zweimal wöchentlich gereinigt werden. Dazu die Streu auswechseln und mit frischem Stroh oder Heu abdecken. Täglich müssen die Näpfe und Trinkflaschen gespült werden. Überreste von Obst und Gemüse entfernen. Die Krallen müssen regelmäßig gestutzt werden. Gegen zu lange Krallen hilft auch eine Sandsteinplatte im Käfig, an der sich die Tiere die Krallen abwetzen können. Der Sandstein sollte so ausgelegt werden, dass die Kaninchen darüber laufen müssen.

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