Weitere Kleintiere & die Vielfalt

Flinker Springer: Die Wüstenrennmaus (Gerbil)

Wüstenrennmäuse (Gerbilus Gerbilus) sind ein munteres Völkchen und als Haustier sehr beliebt. Sie sind weder tag- noch nachtaktiv, sondern haben einen Rhythmus von 3-5 Stunden, in denen sie abwechselnd schlafen und wach sind. Diesen Rhythmus solltest Du vor der Anschaffung der putzigen Wüstenrennmaus bedenken und überlegen, was Du von Deinem zukünftigen Haustier erwartest. Wenn Du nach imposanten Nagern suchst, die zu unterschiedlichen Uhrzeiten beobachtet werden können, dann ist die Wüstenrennmaus genau richtig.

Mit ihren geschickten Pfötchen graben sie gerne komplexe Höhlensysteme, in denen sie schlafen und ihre Vorräte lagern. Sie haben kräftige Hinterbeine, die ihnen eine enorme Schnelligkeit bei der Flucht verleihen. Die hoch aufgerichteten Ohren sind sehr geräuschempfindlich; sie fangen Töne ein, die wir Menschen gar nicht mehr wahrnehmen.

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Das Heim der Wüstenrennmaus sollte ausreichend Platz bieten und abwechslungsreich eingerichtet sein, da die putzigen Tierchen einen enormen Bewegungsdrang haben. Am besten eignet sich ein ausgedientes Aquarium, da Du die Mäuse so aus der Nähe beobachten kannst. Die Einstreu sollte mindestens 15 cm hoch sein, je höher desto besser. Biete der Wüstenrennmaus ausreichend Möglichkeiten sich zu verstecken wie etwa Höhlen aus Stein oder Holz sowie Aussichtsplattformen. Dieses Zubehör findest Du in unserer Aquaristikabteilung. Eine Schüssel voll Sand dient zur ausgiebigen Fellpflege.

Der Käfig der Wüstenrennmaus sollte an einem hellen, trockenen Ort stehen, ohne Zugluft und ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Am wohlsten fühlt sich die Wüstenrennmaus in größeren Gruppen, denn nur hier können sie ihr soziales Verhalten entsprechend ausleben. Sie putzen sich gegenseitig, spielen und kuscheln sich im Nest ganz eng aneinander. Ohne Artgenossen ist eine Rennmaus einfach nicht glücklich.

Die Wüstenrennmäuse gibt es in den unterschiedlichsten Fellfarben von unifarbenen Fell in Weiß oder Schwarz. Doch die Nager erscheinen auch in gestromt, gescheckt oder in faszinierenden Farbverläufen. An dem quirligen Charakter und dem attraktiven Aussehen der Mäuse kannst Du Dich bei artgerechter Haltung 3 bis 5 Jahre erfreuen. Denn so hoch ist die Lebenserwartung der Wüstenrennmaus.

Achtung Kabel!

Die Wüstenrennmaus nagt alles, wirklich alles an, was ihr zwischen die kleinen Zähnchen gerät. Egal ob Kabel, Möbel, Kleidung, Pappe, Plastik oder Styropor – nichts ist vor ihnen sicher. Deshalb solltest Du deine niedlichen Hausbewohner niemals unbeobachtet herumlaufen lassen und den Käfig artgerecht einrichten. Da die Wüstenrennmaus ausgesprochen gebärfreudig ist, sollte sie nur in gleichgeschlechtliche Gruppen gehalten werden.

Auf einer Fläche von 120 x 60 cm solltest Du höchstens 2 Mäuse halten. Je mehr Nager, desto größer muss der Platz sein, damit die Tiere sich auch mal aus dem Weg gehen können.

Die Ernährung – ausgewogen und gesund

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Die Wüstenrennmaus ist sehr genügsam und frisst nicht viel. Umso wichtiger ist, dass ihre Mahlzeiten ausgewogen und gesund sind. Sie bevorzugen Körner- und Samen, frisches Grünzeug, Ost und Gemüse. Spezielles Futter erhältst du bei Aquatop. Das fertig gemischte Futter enthält unter anderem Grassamen, Getreidearten, Sonnenblumenkerne oder Hanf- und Leinsämereien, zudem vorgepresstes Komplettfutter in Pelletform.

Käse, Speck oder ähnlich fettige Nahrung sind tabu; die Maus wird fett und bekommt Herz- und Kreislaufprobleme, die das Leben verkürzen.

In der freien Wildbahn frisst die Wüstenrennmaus auch den einen oder anderen Käfer. Versuche es doch mit einem leckeren Mehlwurm – eine gute Ergänzung des Eiweißbedarfs. Ein Salzleckstein und ein Lehmnagestein sollten in keinem Nagerheim fehlen.


Die andere Art Nagetier: Der Degu

Der Degu (lat. Osmug Degu) gehört zu den Nagetieren und ist mit den Meerschweinchen verwandt. Er lebt in den chilenischen Anden. Erst Anfang/Mitte der 90er Jahre wurden der Degu als Haustier entdeckt und seitdem immer populärer.

Die Tiere sind neugierig, intelligent, haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und begeistern Jung wie Alt. Der Degu kann bei artgerechter Haltung 4-5 Jahre alt werden. In Ausnahmefällen hört man sogar von Tieren, die fast 10 Jahre alt geworden sind.

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Die lustigen Nager sind tagaktiv und scheinen niemals müde zu werden. Sie lieben es zu wuseln und zu klettern, spielen miteinander oder benutzen das Laufrad. Der soziale Degu sollte immer im Rudel gehalten werden. Bei mehreren Männchen solltest Du darauf achten, dass die Tiere sich früh genug kennenlernen und möglichst kein Weibchen in der Nähe ist, da es sonst zu erbitterten Kämpfen kommen kann. Degus sind gesellig, aber sehr wählerisch. Sie suchen sich ihre Partner aus. Weibchen untereinander sind schneller bereit einander zu akzeptieren. Sobald die Rangordnung geklärt ist, steht einem freundschaftlichen Zusammenleben nichts mehr im Wege.

Degus sind enorm neugierig, sie erforschen die Umgebung, klettern und hüpfen. Deshalb sollte der Freigang außerhalb des Käfigs niemals ohne Aufsicht stattfinden. Vorsicht vor Kabeln! Wie viele andere Nager auch knabbert der Degu gerne an Kabeln, was sehr gefährlich werden kann.

Kleiner Plausch gefällig?

Der Degu hat ein großes Repertoire an Tönen und Geräuschen, die er von sich geben kann. Die Nager drücken ihre Gefühle lautstark aus. Degus zwitschern und fiepen und zeigen so, ob sie sich wohlfühlen, aufgeregt oder sogar ängstlich sind. Fühlen sie sich unwohl, geben sie grelle, langgezogene Geräusche von sich.

So bekommst Du Deinen Degu satt

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Bei der Ernährung von Degus solltest Du wissen, dass er ein Allesfresser ist. Umso wichtiger ist es, dass Du auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achtest. Der Degu Stoffwechsel kann größere Zuckermengen nicht verarbeiten. Deshalb sind zuckerhaltige Nahrungsmittel – auch Obst – tabu. Auch Fertigfutter oder handelsübliche Leckerlis enthalten oft versteckten Zucker, so dass viele Degus bei falscher Ernährung nach kurzer Zeit an Diabetes erkranken und sterben.

Handelsübliches Meerschweinchenfutter mit trockenem Gemüse, Blüten und Kräutern bietet sich für den Degu an. Sonnenblumenkerne und Nüsse solltest Du nur in Maßen verfüttern, da sie sehr viel Fett enthalten. Gemüse, Salat (bitte kein Kopfsalat, der enthält zu viel Nitrat), Chicorée, Sprossen, Möhren, Kresse und Tomaten runden die gesunde Ernährung ab.

Frisches Heu sollte immer bereitliegen, das ist wichtig für die Verdauung und hilft beim Abrieb der schnellwachsenden Zähne. Zum Knabbern eignen sich Knabberhölzer aus Haselnuss. Die findest Du, neben vielen anderen Nagerartikeln, selbstverständlich auch in unserer großen Nagerabteilung. Bitte keine Pflaumen- und Kirschbäume verwenden, diese enthalten giftige Blausäure! Stark harzhaltige Bäume sind auch nicht geeignet.

Frisches Trinkwasser und ein Salzleckstein sowie ein Lehmnagestein sollten immer bereitstehen.

Profis erklären: Wie werden Degus artgerecht gehalten?

Die Haltung von Degus gelingt leicht, wenn Du ihre Bedürfnisse beachtest. Da der Degu sehr aktiv ist, sollte der Käfig ausreichend groß sein. Die Mindestgröße der Nagervoliere beträgt 100 x 60 x 140 cm (l x b x h). Am besten mit mehreren Etagen, vielen Ästen zum Klettern und Plattformen zum Ausruhen und beobachten.

Du solltest sehr oft die Einstreu wechseln und einen höher gelegenen Sitzplatz anbieten. Auf keinen Fall Plastik verwenden, da die Tiere einen ausgeprägten Nagetrieb haben und somit schnell krank werden.

Am besten geeignet ist eine große Zimmervoliere aus Metall. Der Phantasie sind bei der Gestaltung des Nagerheims keine Grenzen gesetzt. In freier Wildbahn laufen Degus oft 2-3 km am Tag. Über ein großes Laufrad werden sich die Tierchen deshalb sehr freuen. So kann der Degu seinem Bewegungsdrang gerecht werden. Allerdings sollte es sich um ein ausreichend großes und geschlossenes Laufrad handeln. Ansonsten können Rückenschäden auftreten oder Gliedmaßen abgetrennt werden.

Ein Unterschlupf in Form von einem Schlafhäuschen, einem Nest aus Hamsterwolle oder zerkleinertem Papier sollte unbedingt vorhanden sein. Viele Degufreunde bringen eine Halogen-Pflanzenlampe in einer Ecke des Käfigs an. So kann sich der Degu im Winter, wenn es dunkler und kühler ist, aufwärmen und die "Sonne" genießen.

Der Käfig sollte an einer ruhigen Ecke stehen und die Raumtemperatur sollte 17-18 °C nicht unterschreiten. Etwa zwei Mal in der Woche benötigt der Degu ein Sandbad zur Fellpflege. Dazu kann man Chinchillasand in eine Schüssel mit hohen Seitenwänden füllen und für ca. 30 Minuten in den Käfig stellen. Die kleinen Nager werden sich genüsslich im Sand wälzen. Ein Lehmnagestein und Salzleckstein sollten dem Degu auch immer angeboten werden.


Ratten - intelligente und soziale Nagetiere

Faszinierende Haustiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten

Der possierliche kleine Nager ist ein äußerst unterhaltsamer Hausgenosse. Sie sind intelligent, dem Menschen angeblich in vielem ähnlich und sind das „In“-Tier schlechthin: die Ratten (lat. rattus norvogicus). Wenn wir sie hier in der Mehrzahl erwähnen, hat das seinen Grund. Die Ratte ist ein Rudeltier und braucht mindestens einen Kumpel zu ihrem Glück. Da die Ratten von sprichwörtlicher Fortpflanzungsfreudigkeit sind, solltest Du nur gleichgeschlechtliche Kombinationen wählen.

Ratten brauchen einen weitläufigen, ausreichend hohen Käfig mit mehreren Schlafhäuschen, Nippeltränke und Futternapf. Die verspielten Tiere lieben Verstecke wie Röhren und schaukeln gerne in Hängematten. Wie Hamster tummeln sie sich gern in Laufrädern. Bei den Laufrädern solltest Du darauf achten, dass sie geschlossen sind, da die Tiere sich sonst den Schwanz oder die Füße einklemmen können. Auch sollte man seiner Ratte täglich Auslauf gönnen, sie dabei jedoch im Auge behalten. Gegen ein Spielstündchen haben sie ebenfalls nichts einzuwenden.

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Durch ihre Neugierde und wenig Scheu, ist die Ratte das ideale Haustier für Kinder. Allerdings gilt auch hier: Ein Erwachsener sollte immer in der Nähe sein und seine Kinder zur Vorsicht erziehen.

Als Basisnahrung erhalten die Ratten Körnerfutter, Obst und Gemüse. Besondere Leckerbissen sind Teigwaren oder ein gekochtes Ei.

Ratten sind sehr saubere Tiere, die ihre Körperpflege selbst durchführen. Zwei Mal wöchentlich brauchen sie frische Einstreu und einmal im Monat sollte der Käfig komplettgereinigt werden.


Chinchillas - flauschige Sensibelchen

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Chinchillas stammen aus Südamerika und sind mit dem Meerschweinchen verwandt. Früher waren Chinchillas aufgrund ihres weichen Fells so beliebt, sodass sie fast bis zur Ausrottung gejagt worden sind. Zum Glück geraten Pelzmäntel immer mehr aus der Mode. Heutzutage sind Chinchillas (lat. Chinchilla Chinchilla) beliebte, aber anspruchsvolle Heimtiere.

Chinchillas sind nachtaktiv und zum Leidwesen vieler Kinder keine Kuscheltiere, denn ihr weiches Fell ist sehr empfindlich. Falsche Haltung kann leicht an stumpfen Fell erkannt werden.

Es gibt verschiedene Farbvarianten: Hellgrau bis Dunkelgrau, Weiß, Silberfarben, Black Velvet (schwarz), Beigefarben, Braun, Brown Velvet und Violett. Chinchillas werden etwa 25-35 cm groß und der Schwanz 15-20 cm lang. Das Gewicht der puschligen Nager liegt bei 400-600 Gramm.

Bei der Anschaffung solltest Du berücksichtigen, dass die Tiere über 20 Jahre alt werden können. Am besten hältst Du zwei Tiere, wobei das Männchen kastriert sein sollte, da die possierlichen Tierchen sehr gebärfreudig sind. Zwei weibliche Tiere verstehen sich meistens gut, vor allem wenn es sich um Geschwister oder Mutter und Tochter handelt. Zwei Männchen sollten möglichst nicht vergesellschaftet werden, da sie sich häufig bekämpfen.

So gelingt Dir die Chinchilla-Haltung

Bei der Haltung von Chinchillas muss auf eine ausreichend große Behausung geachtet werden. Das Gehege sollte mindestens 1,5 m x 1 m x 1,5 m groß sein. Wie so oft gilt auch hier: Je größer, desto besser. Die Behausung der Chinchillas sollte an einem hellen und ruhigen Standort stehen. Allerdings dürfen die kleinen Tiere nicht in der direkten Sonne stehen und auch keine Zugluft abbekommen

Damit sich die flauschigen Nager wohl fühlen, solltest Du den Käfigboden mit genügend Kleintierstreu bedecken. Ein Minimum von 5 cm Streu ist Pflicht. Die perfekte Haltung wird durch Trinkflaschen, Heuraufe und Futternapf vervollständigt. Ein wichtiger Aspekt ist eine Schale mit Chinchillasand. Mit dem Sandbad pflegen die Nager ihr empfindliches Fell. Sie lieben es, sich ausgiebig in dem Sand zu suhlen und werfen ihn genüsslich über sich.

Chinchillas sind sehr geräuschempfindlich und sollten vor lauten Geräuschen geschützt werden. Regelmäßiger Auslauf fördert das Wohlbefinden. Dabei ist zu beachten, dass die neugierigen Chinchillas alles anknabbern, also Vorsicht bei Elektrokabeln. Am besten lässt Du die Tiere nie unbeobachtet herumlaufen.

Lecker! Das passende Futter für Chinchillas

Chinchilla benötigen spezielles Futter in Form von Pellets. Außerdem brauchen sie ausreichend Heu und frisches Wasser. Das falsche Futter verursacht schlimme Verdauungsprobleme, die sogar zum Tode führen können. Lass Dich von unseren freundlichen Mitarbeitern umfassend beraten.

Die putzigen Nager mögen Rosinen, außerdem Haselnüsse, Erdnüsse, Waldkräuter und Johannisbrot. Diese Leckereine sollte es allerdings nur in begrenztem Maße geben.


Lemminge - wirklich lebensmüde?

Der Lemming wird je nach Art zwischen 7 und 15 cm groß. In der freien Natur vermehrt er sich alle 3-5 Jahre explosionsartig und geht dann auf Wanderung. Gerüchten zufolge sollen sich Lemminge dann kollektiv von einer Klippe in den Tod stürzen. Das stimmt aber nicht ganz. In der Tat ist es so, dass die Tiere auch vor Küstengebieten nicht halt machen. Die ausgezeichneten Schwimmer überwinden auch größere Distanzen problemlos. Dass das eine oder andere Tier bei diesem wagemutigen Unterfangen zu Tode kommt, kann nicht bestritten werden. Das Verbreitungsgebiet der Lemminge sind kalte Klimazonen wie Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien.

Tipp: So haben es Steppenlemminge bei Dir gut

Steppenlemminge sind eigentlich gar keine Lemminge, sondern mit der Schermaus verwandte Wühlmäuse. Ihr Verbreitungsgebiet ist West- und Zentralasien.

Die Oberseite des Fells ist grau mit einem Aalstrich, die Unterseite ist hell. Sie sind 8-12 cm lang, haben einen kurzen Schwanz und winzige Ohren, die kaum zu sehen sind. Deshalb kommt es auch zur Verwechslung mit Lemmingen. Die hauptsächlich nachtaktiven Nager sind für eine Haltung in einem größeren Terrarium (mind. 120 x 60 x 50 cm) gut geeignet. Die winzigen Flitzer wuseln, knabbern und graben und sind einfach interessant zu beobachten. Als Kuscheltier sind sie allerdings nicht geeignet. Da Lemminge tiefe Höhlen graben, bietet sich ein Terrarium mit einer hohen Schicht Einstreu an. So kannst Du die lustigen Gesellen besser beobachten.

Lemminge ernähren sich von kargen Pflanzen, Moosen, Gräsern, Körnern und Wurzeln. Eine zu energiereiche Nahrung kann den Tieren deshalb schaden. Durch die Fütterung von Obst können sie schnell an Diabetes erkranken und sterben. Da die Tiere nur rund ein Drittel der aufgenommenen Nahrung verwerten können, kommt es zu einer schnellen Verkotung des Käfigs, der deshalb regelmäßig gereinigt werden sollte. Um die Lemminge mit Mineralien zu versorgen, solltest Du Lehmnagesteine und Salzlecksteine anbieten.



Die Knirpsmaus - ein afrikanischer Zwerg

Die nur etwa 5-7 cm große Knirpsmaus gehört zu den kleinsten Nagern überhaupt. Die nur 12 g wiegenden Winzlinge sind in ganz Afrika beheimatet. Das glatte Fell der Knirpsmaus ist braun bis rotbraun, die Unterseite hell. Sie haben eine spitze Schnauze und große Knopfaugen.

Die nachtaktive Knirpsmaus lebt normalerweise in halbtrockenen Busch- und Steppenlandschaften. Sie hat einen enormen Bedarf an Wasser, weshalb sie immer in der Nähe eines Gewässers zu finden ist.


Die Knirpsmaus wird am besten im Terrarium gehalten, das mit feinem Einstreu, Stroh und Heu ausgestattet ist. Als Versteck dienen Nagerhäuschen oder Baumrinden. Die Zwerge ernähren sich überwiegend von Körnern, Samen, kleinen Insekten und Grünzeug. Bei uns dient Vogelfutter für kleine Papageien oder auch Wellensittich- bzw. Waldvogelfutter mit einem kleinen Anteil Sonnenblumenkernen als Hauptnahrung der Knirpsmaus. Gern werden auch Hirsekolben angenommen und natürlich wird täglich frisches Wasser angeboten. Um den Eiweißbedarf abzudecken, sollten die Tiere ab und zu einen Mehlwurm angeboten bekommen. Obst und Gemüse sollte nur in geringen Mengen verfüttert werden. Auch eine Nagerlehmstein und ein Salzleckstein sollten stets angeboten werden.

Wie alle Mäusearten sind auch die Knirpsmäuse sehr vermehrungsfreudig. Wenn die Mäuse als unkastriertes Paar gehalten werden, kannst Du Dich schon nach ca. 20 Tagen mit bis zu 6 Jungtieren rechnen. Die Tierchen leben normalerweise in kleineren Gruppen und sollten deshalb niemals alleine gehalten werden. Es empfiehlt sich eine gleichgeschlechtliche Gruppe von 4-5 Tieren. So kannst Du mehrere Mäuse halten und musst nicht mit Nachwuchs rechnen.

Auch wenn die Knirpsmaus sehr niedlich ist, ist sie aufgrund ihrer geringen Größe kein Kuscheltier. Sie eignet sich nicht zum Spielen und wird auch nur bedingt zahm. Daher sind die Nager gute Hausbewohner, wenn Du sie ungestört beobachten möchtest. Wenn Du die Knirpsmaus einfach Maus sein lässt, kannst Du Dich lange an ihrem ausgeprägten Sozialverhalten erfreuen und ihr bei ihrem natürlichen Verhalten zuschauen. Das kann ungemein spannend sein!


Igel: Hilfe für stachelige Gartenbewohner

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Manchmal benötigen auch die Tiere aus der Natur Deine Unterstützung. Dazu gehört auch manchmal der Igel. Vor dem Winter bereiten sich die Igel auf den Winterschlaf vor. Deshalb streunen sie im späten Herbst häufig in der Dämmerung durch unsere Gärten, immer auf der Suche nach einem Leckerbissen.

Kranke Igel brauchen Deine Hilfe

Kranke Igel benötigen oft unsere Hilfe, um gesund über den Winter zu kommen. Im späten Herbst sollten Igel mindestens 600-700 g wiegen, damit sie den Winter unbeschadet überstehen. Wiegt ein Igel weniger oder wirkt er krank und ist voller Parasiten, solltest Du den Stachler zu einem Tierarzt oder einer Igelstation bringen. Dort werden die Tiere versorgt und in ein geeignetes Winterquartier weitervermittelt.

Allerdings solltest Du den Igel nicht mit ins Haus nehmen. Der Umzug von draußen in Dein Haus schadet dem Igel, denn er verträgt die starken Temperaturunterschiede nicht gut. Zudem sind die stacheligen Gartenbewohner oftmals mit Flöhen sowie Zecken bedeckt und tragen Würmer in sich. Manche dieser Parasiten können auch auf den Menschen übergehen und machen dich krank.

Um den Igel aufzupäppeln, eignet sich Katzenfutter sehr gut zur Fütterung. Bitte auf gar keinen Fall Milch anbieten. Igel finden diese zwar toll, bekommen davon aber schlimmen Durchfall, der sogar tödlich enden kann. Ein Schälchen Wasser reicht auf jeden Fall aus.

Überwinterung im eigenen Garten

Die Überwinterung im Garten lässt sich für Igel leicht realisieren. Mit der richtigen Behausung ist schon einmal der erste Schritt getan. Der Unterschlupf sollte von innen gemütlich und von außen geschützt sein. Dafür kannst Du sogenannte Igelhäuser nutzen. Diese kannst Du an einer geschützten Stelle in Deinem Garten aufstellen und die Behausung mit Laub sowie Stroh füllen. Damit ist dem stacheligen Gartenbewohner sehr geholfen. Falls der Winter etwas milder ist, wandert der Igel auch schon mal auf der Suche nach etwas Fressbaren durch den Garten. Du kannst ihn auf seiner Suche unterstützen und ihm einen kleinen Napf mit Katzenfutter anbieten. Das wird ihn sehr freuen!


Profi-Tipps

Die richtige Kleintier-Einstreu

Die Wahl der richtigen Kleintier-Einstreu beeinflusst entscheidend das harmonische Zusammenleben mit Zwergkaninchen und Kleinnagern. Daher ist es wichtig, die Bedürfnisse von Mensch und Tier optimal in Einklang zu bringen.

Während der Mensch vor allem auf bestmögliche Geruchsverhinderung, Hygiene, Wirtschaftlichkeit und Staubarmut Wert legt, geht es für das Tier ganz klar um Wohlfühlfaktoren. Schließlich muss es in und mit der Kleintier-Einstreu leben. Aus der Sicht deines Lieblings sollte das Material daher kuschelig sein, sich aber auch gut als „Baustelle“ eignen, denn Hamster und Co. haben das Bedürfnis, zu graben und sich Nester anzulegen.

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Eine Strohschicht ist unschlagbar

Empfehlenswert sind eine saugstarke und geruchsbindende Basiseinstreu in Kombination mit einer Feuchtigkeit ableitenden Überstreu. Am besten verwendest Du dafür bei größeren Nagern und Kaninchen Stroh. Eine Strohschicht ist einfach unschlagbar! Denn Stroh leitet die Feuchtigkeit sicher in die Basiseinstreu ab, die Oberfläche bleibt trocken. Außerdem haftet die feinere Basisstreu, die vom Stroh abgedeckt ist, nicht an den Pfoten und kann daher beim Freilauf auch nicht in der ganzen Wohnung verteilt werden. Das dürfte dir sehr entgegenkommen.
Und ganz wichtig ist für dein Tier der Wohlfühlfaktor: Stroh wird gerne von den Tieren benagt und teilweise gefressen. Zudem liegt es sich auf Stroh bequemer.

Faustregel für die „Matratzenstärke“

Generell gilt: Die Einstreumenge ist abhängig von der Größe und dem Verhalten der Tiere. Bei großen Tieren wie Meerschweinchen und Kaninchen muss relativ viel Urin gebunden werden. Hier ist eine Einstreutiefe von mindestens 5 cm sinnvoll. Viele Kleinnager gehören zu den grabenden oder wühlenden Arten und brauchen entsprechend Platz nach unten. Das heißt, sie benötigen eine dicke, tiefe Schicht Einstreu, damit sie ihr Grundbedürfnis möglichst befriedigen können. Wichtig dabei ist, auf die Sicherheit der fleißigen Bauarbeiter zu achten und „Erdrutsche“ zu vermeiden: Häuser, Näpfe und sonstiges Zubehör sollten so angebracht sein, dass sie nicht abrutschen, wenn ihr Fundament untergraben wird.

Experten-Tipp: Versetze Dich in Deine Nager!

Versetze Dich in Deine Nager und überlege, mit welchem Material Graben und Wühlen am meisten Spaß machen. Nämlich mit einer möglichst verbundfesten, zum Graben geeigneten Einstreu. Um diese zusammenzustellen, greife am besten auf leichte, voluminöse Streu (z.B. Baumwolleinstreu, Späne) plus langfaserige Bestandteile (Stroh) zurück. So entstehen wahre Baukunstwerke, die von Dauer sind.

Einstreu im Vergleich

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Späne

  • Klassische Kleintiereinstreu
  • Hygienisch und saugstark
  • Gute Geruchsbindung
  • Je nach Preislage mehr oder weniger staubarm

Stroh

  • Ideal als Überstreu für größere und viele kleinere Arten
  • Urin und Kot werden in die Basiseinstreu abgeleitet, so bleibt die Lauffläche trocken und hygienisch
  • Als alleinige Einstreu nicht ideal, da Feuchtigkeit durch die natürliche Struktur nicht schnell genug gebunden werden kann

Granulate

  • Erhältlich sind Holz-, Mais-, Hanf- und verschiedene andere Granulate
  • Saugkräftiger und staubärmer als Späne
  • Hygienisch
  • Gute Geruchsbindung (besonders Hanf)

Papiereinstreu

  • Nur bedingt empfehlenswert, da viele der angebotenen Produkte die aufgenommene Feuchtigkeit nicht dauerhaft binden können

Pellets

  • •hältlich sind Stroh- oder Hanfpellets
  • Besonders hygienisch und saugstark
  • Gute Geruchsbindung (besonders Hanf)
  • Kompakt und wirtschaftlich, weil sie ein Vielfaches des eigenen Volumens an Feuchtigkeit aufnehmen
  • Extrem staubarm
  • Eher hart, daher immer mit Überstreu verwenden, um die Pfoten deiner Lieblinge zu schonen

Baumwolleinstreu

  • Besonders geeignet für Kleinnager und grabende Arten