Beratung rund um Kaninchen

Zwergkaninchen

Flauschiges Fell, kleines Näschen und Kulleraugen – so niedlich sehen Zwergkaninchen aus. Neben ihrem putzigen Aussehen, punkten Zwergkaninchen durch ihren friedlichen Charakter und benötigen eine liebevolle Betreuung.

Kaninchen (lat. Oryctolagus Cuniculus) leben in der freien Wildbahn in kleinen Gruppen. Sie brauchen einen Familienanschluss und haben ein ausgeprägtes Sozialleben. Zu ihrem Tagesablauf gehören unter anderem die gegenseitige Fellpflege, gemeinsames Fressen und das Aneinanderkuscheln bei Kälte. Durch diese Eigenschaften dürfen Zwergkaninchen nicht einzeln gehalten werden. Als Mensch kann diese Zuwendung und Beschäftigung nicht ausgeglichen werden. Daher ist es ratsam, Kaninchen immer mindestens zu zweit zu halten.

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Doch Zwergkaninchen sind nicht nur äußerst sozial, sie sind ebenfalls sehr sensibel und schreckhaft. Schnelle Bewegungen, Hektik oder Lärm sind überhaupt nichts für die kleinen Löffler. Daher eignet sich das Kinderzimmer nicht als Platz für den Käfig. Die Zwergkaninchen wären durch die Aktivitäten im Kinderzimmer überfordert und würden durch ihr ängstliches Verhalten auffallen. Zudem bildet der Urin der Kaninchen Ammoniakdämpfe, die gesundheitsschädlich sind und die Atemwege angreifen. Deshalb eignen sich am besten Räume für den Käfig, in dem niemand schläft oder arbeitet. Am besten ist natürlich ein großzügiges Outdoor-Gehege. Dort können die Zwergkaninchen toben, kuscheln und dort stören die Ammoniakdämpfe niemanden.

Es ist gar nicht schwer, den Zwergkaninchen eine artgerechte Unterkunft zu bieten. Wenn die Tiere Rückzugsmöglichkeiten und Ruhephasen bekommen, sind sie faszinierende Hausbewohner. Zudem sind sie intelligent und können zur Stubenreinheit erzogen werden. Die plüschigen Tiere fixieren sich oftmals auf einen Menschen. Beim Freilauf laufen sie „ihrem“ Menschen hinterher und sind äußerst zutraulich. Es kommt sogar vor, dass männliche Kaninchen ihre Bezugsperson umwerben, um diese herumlaufen und brummende Geräusche von sich geben.

Zwergkaninchen sind keine Haustiere, die einem Kind komplett überlassen werden sollten. Es liegt in der Verantwortung eines Erwachsenen, den artgerechten Umgang mit den Zwergkaninchen beizubringen. Leider gibt es Fälle, in denen die kleinen Tiere zu Tode gespielt werden. Das passiert vor allem aus Unwissenheit. Zudem sollte die Lebenserwartung der Zwergkaninchen nicht unterschätzt werden. Bei artgerechter Haltung können sie über 10 Jahre alt werden.

Für eine unkomplizierte Haltung, hältst du am besten ein Pärchen. Allerdings sollte das Männchen kastriert sein. Anderenfalls stellt sich schnell sehr viel Nachwuchs ein. Wenn du lieber zwei Männchen halten möchtest, sollten beide Böcke kastriert werden. Ansonsten werden beide versuchen ihr Revier zu verteidigen und markieren. Das bedeutet nur unnötigen Stress und Verletzungsgefahr. Natürlich ist es dir wichtig, dass sich die zwei Kaninchen verstehen. Doch auch wenn du zwei Weibchen nimmst, ist das keine Garantie dafür, dass sich die Tiere verstehen. Am besten kaufst du die Zwergkaninchen zusammen, wenn sie noch klein sind. So können sie sich von klein auf an kennenlernen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich verstehen ist höher. Wenn du Zwergkaninchen ein zu Hause geben magst, die schon etwas älter sind und sich noch nicht kennen, dann ist Feingefühl gefragt. Die beiden Kaninchen sollten in dem Fall am besten einige Zeit in getrennten Käfigen verbringen und Sichtkontakt haben. Auf diese Weise sehen und riechen sie sich, ohne den Stress eines direkten Aufeinandertreffens. Nach dieser Kennenlernphase kann eine richtige Begegnung stattfinden. Dafür eignet sich ein neutraler Boden. Oftmals verstehen sich die Tiere schnell, wenn du ihnen Raum und Zeit lässt. Leider gibt es auch Ausnahmen und die Zwergkaninchen können sich einfach nicht leiden. Dann macht eine Zusammenführung keinen Sinn.

Haltung

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Für die Haltung der Zwergkaninchen ist die richtige Käfiggröße wichtig. Der Grundriss des Kaninchenkäfigs sollte für zwei Tiere die Mindestgröße von 150 x 75 cm nicht unterschreiten. Da die Tiere sich auch gerne aufrichten, empfiehlt sich eine Höhe von ca. 50 cm. Um die sensiblen Tiere nicht zu überfordern, sollte der Käfig an einem ruhigen und nicht allzu sonnigen Platz stehen. Da die meisten Schlafhäuschen zu klein für mehrere Kaninchen sind, sollten mehrere Häuschen verwendet werden. So fühlen sie sich geschützt wie in einer Höhle.

Optimal ist natürlich die artgerechte Haltung der Zwergkaninchen in einem Außengehege. Auf so einer Außenanlage können die Zwergkaninchen in ihrer natürlichen Umgebung buddeln, beobachten, kuscheln und fressen. Für ein Outdoor-Gehege sollte eine Mindestfläche von 4 qm mit einer Höhe von 40 cm eingehalten werden. Für die Außenhaltung sollte feuerverzinkte Gitter verwendet werden.

Durch das Material soll verhindert werden, dass Raubtiere an die Kaninchen herankönnen. Damit die Zwergkaninchen auch nicht ausbrechen können, sollte das Gitte ungefähr 30 cm in den Boden hineinragen. Denn mit ihrem ausgeprägten Buddelverhalten verschaffen sie sich sonst einen Weg nach draußen.

Ein wärmeisoliertes Häuschen dient zum Rückzug bei Nässe und Kälte. Die Hälfte des Käfigs sollte Regen- und Sonnenschutz bieten. Willst du die Zwergkaninchen auch im Winter im Freien halten, solltest du sie so früh wie möglich an ein Leben in der Natur gewöhnen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass die Zwergkaninchen auch bei Minustemperaturen nicht frieren. Frage hierzu einen Fachmann oder den Tierarzt, bevor du eine Überwinterung im Freien in Betracht ziehst. Gut geplant ist dies auf jeden Fall möglich.

Futter

Mit einem Trinkautomaten gewährleistest du, dass deine Zwergkaninchen permanent Zugang zu Trinkwasser haben. In den Trinkautomaten gehört täglich frisches Wasser. Dazu benötigen Zwergkaninchen eine ausgewogene Ernährung. Keinesfalls solltest du dein eigenes Essen mit ihnen teilen. Sauberes, frisches Heu bildet die Grundnahrung, ergänzt durch Körnerfutter. Darüber hinaus schmeckt den Zwergkaninchen alles, was sie ursprünglich in der Natur verzehrt haben: Gräser und Gemüsesorten oder Löwenzahn. Kohl sollte wegen seiner Blähwirkung nicht verfüttert werden. Ein Lehmnagestein und ein Salzleckstein sorgen für wichtige Mineralstoffe. Nicht zuletzt sichert Fertigfutter eine optimale und ausgewogene Ernährung.

Da Zwergkaninchen viel umherhoppeln eignen sich Trinkautomat, Heuraufe und Trockenfutterspender besser als Näpfe.

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Pflege

Der Käfig mitsamt der Toilettenecke sollte zweimal wöchentlich gereinigt werden. Dazu kannst du die Streu auswechseln und mit frischem Stroh oder Heu abdecken. Die Näpfe und Trinkflaschen müssen täglich gespült werden. Zudem müssen die Überreste von Obst und Gemüse entfernt werden. Für die Gesundheit der Kaninchen spielt auch die krallenpflege eine Rolle. Die Krallen müssen regelmäßig gestutzt werden. Gegen zu lange Krallen hilft auch eine Sandsteinplatte im Käfig, an der sich die Tiere die Krallen abwetzen können. Der Sandstein sollte so ausgelegt werden, dass die Kaninchen darüber laufen müssen.


Das Kaninchen ist kein Nagetier

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„Wie bitte, das Kaninchen ist kein Nagetier? Ja, was denn sonst?“ Diesem Irrtum sind schon viele Tierfreunde aufgesessen! Denn das Kaninchen gehört wissenschaftlich gesehen zur Ordnung der Hasentiere, den Lagomorpha. Innerhalb der Ordnung der Hasentiere wiederum zählen sie zur Familie der Hasenähnlichen, den Leporidae. Tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten zwischen Kaninchen und Nagetieren: Kaninchen verfügen ebenfalls über nachwachsende Schneidezähne. Außerdem weisen sie eine typische Lücke vor den Backenzahnreihen auf. Zudem haben sie, wie die meisten Nagetiere, bei der Geburt noch kein Fell. Das Hauptmerkmal der Hasentiere und damit der Kaninchen ist jedoch ein kleines Zahnpaar, das dicht hinter den oberen Schneidezähnen sitzt und den echten Nagetieren fehlt. Diese Zähne heißen auch „Stiftzähne“.

Und das Kaninchen ist auch kein Hase! Zwar sind die beiden Hoppler miteinander verwandt, doch gibt es auch einige entscheidende Unterschiede in Aussehen und Verhalten:

  • Hasen haben längere Ohren und kräftigere Hinterbeine als Kaninchen
  • Kaninchen leben in Erdbauten, die sie sich selbst buddeln. Hasen dagegen leben im freien Feld und graben sich Mulden, so genannte Sassen.
  • Kaninchen-Babys kommen nackt und blind zur Welt und sind Nesthocker. Hasen-Babys tragen bereits bei der Geburt ein Fell und haben offene Augen; außerdem sind sie Nestflüchter.
  • Kaninchen flüchten bei Gefahr in ihren Bau. Hasen legen sich mucksmäuschenstill und regungslos in ihre Sasse.
  • Kaninchen leben in Gruppen, Hasen dagegen sind Einzelgänger.

Alle Hauskaninchen stammen vom Wildkaninchen ab. Im Zoofachhandel erhältlich sind vor allem die sogenannten Zwergkaninchen, eine spezielle Rasse des Hauskaninchens. Da sie relativ klein sind, eignen sie sich besonders als Heimtier. Kaninchen – Hase – Nagetier: Jetzt weiß du Bescheid und kannst bei der nächsten Diskussion um deine süßen Hoppler mit Fachwissen glänzen!


Kaninchen werden stubenrein

Kleintierauslauf in der Wohnung

Kaninchen genießen den täglichen Auslauf in der Wohnung. Dabei kann es schon mal passieren, dass sie ihr Territorium mit duftenden Hinterlassenschaften im Zimmer kennzeichnen. Mit etwas Geduld und ein paar Tricks kannst du jedoch deine Teppiche und Böden schonen.

„Viele Kaninchen können zur Stubenreinheit erzogen werden“, weiß Christine Wilde, Autorin und Herausgeberin der Internetseite www.nager-info.de, und rät: „Dabei ist es sinnvoll, eine Toilette dort aufzustellen, wo sich das Tier besonders gerne erleichtert.“ Hierfür eignen sich Katzentoiletten und entsprechende Kisten, die mit Kleintierstreu oder Strohpellets gefüllt sind. Dein Aquatop berät dich gerne zur idealen Nagerausstattung.

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Damit das Kaninchen besser versteht, wozu das Kistchen dient, kann etwas benutzte Streu in die Toilette gegeben werden. „Kaninchenhalter sollten ihr Tier außerdem beobachten: Sobald es sein Hinterteil hebt, sollte es mit einem deutlichen ‚Nein’ sofort in den Käfig oder in seine Toilette gesetzt werden. Viele Kaninchen begreifen auf diese Weise, wo sie hinmachen dürfen“, erklärt Wilde.

Im Gegensatz zu Kaninchen können Meerschweinchen nicht verlässlich dazu erzogen werden, ihr Geschäft nur an bestimmten Orten zu verrichten. Der Grund: „Die Tiere sind sich ihrer Ausscheidungsvorgänge kaum bewusst“, so Wilde.

Im Gegensatz zu Kaninchen können Meerschweinchen nicht verlässlich dazu erzogen werden, ihr Geschäft nur an bestimmten Orten zu verrichten. Der Grund: „Die Tiere sind sich ihrer Ausscheidungsvorgänge kaum bewusst“, so Wilde.

Die Nager erleichtern sich in der Regel dort, wo sie sich entspannen, zum Beispiel beim Fressen oder Schlafen. „Um die Wohnung zu schützen, können Meerschweinchenhalter beim Auslauf an bevorzugten Kuschelecken Decken auslegen oder mit Streu gefüllte Kisten aufstellen“, schlägt Wilde vor. „Und manche Plätze, etwa unter der Heizung oder der Couch, sind für die Tiere am besten von vornherein tabu.“