Meerschweinchen

Meerschweinchen: Soziale Hausbewohner

Haltung

Für die artgerechte Haltung von Meerschweinchen musst du einige Tipps beachten. Meerschweinchen sollten mindestens zu zweit gehalten werden, da sie in der freien Natur in kleinen Gruppen leben. Es eignen sich sowohl zwei Männchen, als auch zwei Weibchen, wenn sie aus einem Wurf sind. Sie brauchen einen großen Käfig. Für zwei Meerschweinchen braucht der Käfig mindestens einen Grundriss von ca. 160 x 65 cm. Das ist das absolute Mindestmaß, denn die Tiere leben überwiegend im Käfig und brauchen ein Minimum an „Auslauf“. Die Gitterstäbe sollten nicht zu weit auseinander stehen, um Unfälle beim Hindurchstecken des Kopfes zu vermeiden. Mit Heu oder Streu ausgelegt und mit einem Häuschen als Schlafplatz ist die kleine Welt des Meerschweinchens bestens ausgestattet.

Meerschweinchen können nach einer Eingewöhnungszeit im Sommer auch im Freien gehalten werden. Im Winter brauchen sie extra viel Heu und Streu gegen die Kälte. Bei Frost muss der Käfig allerdings rundum abgedeckt werden. Auch ist dann darauf zu achten, dass Wasser und Futter nicht gefrieren. Grundsätzlich sind Meerschweinchen im Winter jedoch besser im Haus aufgehoben. Meerschweinchen mümmeln sehr gern Heu, knuspern Trockenfutter und trinken Wasser. Diese drei Nahrungsbestandteile sollten sie immer zur Verfügung haben.

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Futter

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Das Futter muss in saubere, standfeste Näpfe verteilt werden. Manche Meerschweinchenkäfige werden mit sog. „Raufen“, Futterbehältern aus Draht und einer Wasserflasche mit Halterung angeboten. Wie für alle Tiere gilt: Menschenkost ist tabu. Eine Portion frisches Obst oder Gemüse ist erlaubt und wird wohl von keinem Meerschweinchen verschmäht. Zudem benötigen die Nager eine tägliche Gabe von Vitamin C, da sie das Vitamin nicht selber bilden können und auf die Aufnahme angewiesen sind. Am besten kann das Vitamin C in flüssiger Form über das Trinkwasser zugeführt werden.

Pflege

Zur Pflege der Meerschweinchen: Wichtig ist das Sauberhalten des Käfigs. Mindestens einmal in der Woche sollte die alte Einstreu entfernt und durch saubere ersetzt werden. Die Futterschüssel muss täglich gereinigt werden.

Ein weiterer Aspekt in der Haltung von Meerschweinchen ist die Körperpflege. Die Krallen müssen regelmäßig mit Hilfe einer Krallenschere gestutzt werden. Wem das nicht liegt, der kann den Krallenschneide-Service von Aquatop gerne in Anspruch nehmen. Nicht nur bei langhaarigen Meerschweinchen sollte mit einer weichen Bürste eine Fellpflege vorgenommen werden. Bei dieser Fellpflege kannst du gleichzeitig kontrollieren, ob dein Meerschweinchen Parasiten im Fell hat.

Ein Lehmnagestein und ein Salzleckstein sorgen für eine ausreichende Versorgung mit Mineralien und nutzen zusätzlich die Zähne ab, die wie bei den meisten Nager sehr schnell wachsen.

Andere Herkunft, andere Sprache

Warum sich Meerschweinchen nicht als Partner für Kaninchen eignen

Vier Beine, weiches Fell und richtig süß – mehr haben Meerschweinchen und Kaninchen nicht gemeinsam. Die beiden gehören unterschiedlichen Arten an, die einander zwar nichts tun, sich aber auch nicht verständigen können. Kein Wunder, Kaninchen sind ursprünglich Bewohner der Pyrenäenhalbinsel und Nordafrikas, Meerschweinchen stammen aus den Anden.

Andere Länder, andere Sitten: Kaninchen unterhalten sich hauptsächlich über Körpersprache und Geruch, weniger durch Laute. Meerschweinchen setzen dagegen komplett auf die Akustik. Diese zum Teil durchdringenden Laute sind ein Stressfaktor für Kaninchen. Eine Rückzugsmöglichkeit bietet den Langohren nur zum Teil Erleichterung. Ungesund für die deutlich kleineren Meerschweinchen kann es dagegen werden, wenn sie in das territoriale Gerangel der Kaninchen geraten. Das passiert womöglich nicht ganz so oft, denn der zweite große Unterschied liegt neben der Sprache in der Lebensweise: Meerschweinchen haben über den Tag verteilte Aktiv- und Ruhephasen, Kaninchen haben ihren Aktivitätsschwerpunkt eher in der Dämmerung oder nachts.

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Nicht nur die Sprache und die Lebensweise bieten Konfliktstoff, auch die Ernährung zeigt die Unterschiedlichkeit der beiden possierlichen Hausgenossen. Das große Thema ist Vitamin C: Meerschweinchen müssen es täglich über die Nahrung aufnehmen, Kaninchen können es selbst bilden. Ein großes Problem für eine etwaige gemeinsame Haltung, denn eine deutlich erhöhte Gabe von Vitamin C kann bei den Langohren zu Durchfall, Blasenschlamm und Nierensteinen führen.

Kommunikation und sozialer Austausch sind letztendlich nur unter Artgenossen möglich. In Österreich ist daher die gemeinsame Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen per Tierschutzgesetz verboten. Ebenso wie die Einzelhaltung von Meerschweinchen.

Diese und weitere Informationen erhältst du in dem vierteljährlich erscheinenden kostenlosen "Freundemagazin".